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16.07.2019

MdL Barbara Becker: Kahlschlag bei Bayerns Krankenhäusern ist nicht die Lösung! – Wohnortnahe Versorgung zentral für den ländlichen Raum

Nach Ansicht einer Studie der Bertelsmann-Stiftung soll mehr als jedes zweite Krankenhaus geschlossen werden. Barbara Becker, Landtagsabgeordnete für den Stimmkreis Kitzingen und Mitglied im Gesundheitsausschuss des Bayerischen Landtags (CSU), spricht sich entschieden gegen diese Forderung aus.

„Nur weil Krankenhäuser geschlossen werden, bedeutet dies noch lange keine Steigerung der Behandlungsqualität in den verbleibenden Kliniken. Dies ist ein Trugschluss. Unsere bayerischen Krankenhäuser bieten flächendeckend qualitativ hochwertige Medizin. Die Wohnortnähe ist für uns auf dem Land ebenso ein Qualitätskriterium für die medizinische Versorgung.“, so Barbara Becker.

Die aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung fordert eine Verringerung der Klinikanzahl von knapp 1.400 auf unter 600 Häuser. Ziel ist es die Qualität der Versorgung für Patienten zu verbessern und bestehende Engpässe bei Ärzten und Pflegepersonal zu mildern. Dänemark wird in der Diskussion um die Krankenhausversorgung immer wieder als Vorreiter genannt.

„Bayern und Deutschland sind Flächenländer. Die gleichen Kriterien anzulegen wie in unserem Nachbarland wird der Realität schlicht nicht gerecht. Der Sicherstellungsauftrag liegt in den Händen unserer Landkreise und kreisfreien Städte. Im Freistaat werden an über 400 Krankenhausstandorten wohnortnah rund 77.000 Betten und teilstationäre Plätze vorgehalten. Dieses qualitativ hochwertige System funktioniert. Wo Nachjustierung nötig sind, nehmen wir Anpassungen über die bayerische Krankenhausplanung vor. Bayern investiert im Doppelhaushalt 2019/2020 pro Jahr 643 Millionen Euro in seine Krankenhäuser“, so Beckers Landtagskollege und Vorsitzender des Gesundheitsausschusses im Landtag, Bernhard Seidenath.

Die Bertelsmann-Studie stützt sich in ihrer Studie auf Ergebnisse, die auf Untersuchungen in der Modellregion Köln/Leverkusen zurückgehen. „Ich bezweifle, dass Ergebnisse aus einem Ballungsraum wie Köln/Leverkusen überhaupt auf ein Flächenland wie Bayern übertragbar sind“, so Becker.

Vor wenigen Wochen erst wurde laut Becker eine andere Studie im Arbeitskreis Gesundheit und Pflege im Landtag vorgestellt. Die Beratungsgesellschaft Deloitte stellte dabei heraus, dass nicht automatisch große Krankenhäuser in Deutschland wirtschaftlicher und qualitativ besser sind. Umgekehrt seinen kleine Häuser durchaus wirtschaftlich erfolgreich zu führen. „Unsere Klinik Kitzinger Land ist dafür ein gutes Beispiel“, betont Becker.

„Klar ist, auch die Krankenhauslandschaft in Bayern befindet sich im Umbruch. Medizinischer Fortschritt und der demographische Wandel stellten uns vor konkrete Herausforderungen. Nichtmehr jedes Krankenhaus kann jede denkbare Leistung anbieten. Das ist auch nicht sinnvoll“. Wir brauchen eine bedarfsgerechte Krankenhauslandschaft in Bayern, aber keine pauschale Radikalreform, bei der einfach Kliniken geschlossen werden, ohne dass wir die Folgen abschätzen können.“

„Diesen Weg verfolgen wir als christsoziale Landtagsfraktion konsequent: Der Strukturfonds des Bundes und das bayerische Programm für kleine Krankenhäuser machen Investitionen abhängig von der Zukunftsfestigkeit des jeweiligen Krankenhauses. Die Abstimmung der Leistungsangebote mit anderen Kliniken, Fusionen, Verbünde und Spezialisierungen sind für die Mehrheit der Kliniken über die kommunalen Grenzen hinaus bereits heute Realität. Also: Nicht radikal reduzieren, sondern bedarfsgerecht planen. Das ist der richtige Weg!“, so Barbara Becker abschließend.